Tag 49:
Samadhi

Ich bin gerade unsagbar glücklich. Ich sitze auf dieser wunderschönen Insel Sylt in der Hotellobby mit einer lieben Freundin und im Hintergrund spielt das Klavier seine freudig beschwingten Klänge. Ich kann wirklich sagen, dass dieser heutige Tag quasi perfekt war. Wir haben den Tag mit Meditation und Yoga begonnen. Danach gab es ein wundervoll gesundes und entspanntes Frühstück. Und schließlich waren wir am Strand – mit den Füßen im Wasser – und sind kilometerweit barfuß im Sand gelaufen. Im Januar bei 3°C. Ich fühle mich dem Leben gerade so nah. Und ich kann heute mit voller Überzeugung sagen: „Ich bin glücklich!”

Manchmal überkommt mich dieser Schwall von Glück und ich könnte lachen und weinen zur gleichen Zeit. Es ist ein Gefühl ganz tief in mir drin, ruhig, tief und besonnen. Wenn ich versuche es zu greifen, verändert es seinen Charakter. Es ist im Fluß wie die Wellen des Meeres, die auf den Strand aufschlagen und im Moment ihrer Ankunft sich wieder zurückziehen. Ich kenne dieses Gefühl als „Samadhi“.

Gefühle zu beschreiben ist immer schwer. Sie sind so individuell, so vielschichtig und vor allem nur schwer mit Worten greifbar. Ein Versuch Gefühle jemandem gegenüber zu beschreiben, der sie so nicht kennt, ist wie einem Blinden Farben zu erklären. Schwierig, aber nicht unmöglich. Ich möchte es daher zumindesten versuchen. Ein Versuch euch an diesem wunderschönen Gefühl in mir teilhaben zu lassen.

Wikipedia beschreibt das Gefühl des Samadhi so: “Beim (..) Samadhi (…) soll sich das geistige Bewusstsein derart mit dem höchsten Selbst vereinen, dass sich die Unterscheidung zwischen Erkennendem, Erkenntnis und Erkanntem verflüchtigt, wie Wellen im Wasser verschwinden oder wie sich Schaum im Meer auflöst.“

Ich finde dies sehr passend. Es gibt wenig was ich dem hinzufügen kann. Nur, dass es das schönste Gefühl ist, das ich kenne. Ist dieses Gefühl in mir präsent, spüre ich die Momente intensiver, das Meer wird blauer und der Gesang der Vögel gleicht einem großen Orchester. Alles ist in seiner Intensität und Qualität gesteigert. Es ist ein wenig wie verliebt sein nur weniger impulsiv. Für mich entspricht dieses Gefühl wahrer Liebe.

In einem Samadhi-Moment fühle ich mich mit der Welt verbunden. Ich bin demütig, dankbar und voller Gleichmut, Wohlwollen und Mitgefühl für alle anderen. Manchmal spüre ich dieses Gefühl auch beim Sex. Es ist diese Art von Sex, die für mich tiefgreifend bedeutungsvoll ist und für die es sich lohnt zu warten. Es sind nicht die wilden Orgasmen. Es geht viel tiefer. Wenn ich auf so eine Art und Weise komme, dann kommt alles in mir. Ich lache über das ganze Gesicht und gleichzeitig laufen mir Freudentränen über mein Gesicht. Das ist für mich Liebe machen. So funktioniert Super-Sex. Nach diesem Gefühl sehne ich mich. Absolute Verbundenheit und das Verschmelzen aller Grenzen.

Heute möchte ich gar nicht mehr reflektieren. Ich möchte gerade einfach nur dieses wunderschöne Gefühl genießen. Manchmal muss auch das sein. Einfach mal im Moment sein statt alles durchzuanalysieren. Einfach mal annehmen was da ist ohne verstehen zu wollen wo es herkommt und wie man es halten und wiederholen kann. Ich bin dankbar. Ich bin im Moment. Und ich wünsche euch, dass ihr es auch seid.

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2 Gedanken zu „Tag 49:
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