Tag 30:
If you want to know where your heart is…

“If you want to know where your heart is, look to where your mind goes when it wanders“
– Unknown

Ihr Lieben, als allererstes wünsche ich euch ein wunderschönes und glückliches neues Jahr. Ich wünsche euch, dass ihr euch die richtigen Ziele setzt und diese erreicht. Ich wünsche euch erfüllte Stunden, Lachen, Heiterkeit sowie Leichtigkeit kombiniert mit Tiefe.

Ich finde mich in einem neuen Jahr wieder, in dem weder mein Geist noch mein Herz wissen was sie wollen. Heute morgen bin ich mit Tränen in den Augen aufgewacht, nachdem ich von Sebastian geträumt habe. In meinem Traum haben wir uns getroffen, uns ausgesprochen und dabei gespürt wie viel wir uns bedeuten und es daher schaffen wollen eine Lösung für unsere vertrackte Situation zu finden, die für uns beide stimmig ist.

Leider habe ich es in der Realität immer noch nicht geschafft mich zu entscheiden, was ich im Bezug auf ihn wirklich will. Ich wollte das Ganze im alten Jahr abschließen, damit es mich im neuen nicht mehr belastet. Leider ist mir dies nicht gelungen und die ganze Sache belastet mich weiterhin. In mir kämpfen zwei Stimmen: Kopf gegen Herz.

Loslassen oder festhalten?

Mein Kopf sagt, dass es für mich und meinen Selbstfindungsprozess besser wäre, wenn ich ihn loslassen würde. Dazu verleitet mich folgender Spruch:

„Verliebte sehen sich an. Liebende schauen in die gleiche Richtung.“ 

Leider habe ich das Gefühl, dass wir dies aktuell nicht tun. Es ist eher so, dass wir mit dem Rücken zueinander stehen und in komplett unterschiedliche Richtungen schauen. Gerade ist er das einzige was mich in meinem Leben belastet. Unsere Diskussionen beschweren mich auf emotionaler Ebene und nehmen mir meine Leichtigkeit. Ich fühle mich eingeengt. Es nervt mich und raubt mir meine Kraft auf seine Antworten zu warten und zu keinem Ergebnis zu kommen. Ich bin gerade viel stärker auf ihn und ein eventuelles uns konzentriert, als bei mir und meiner Selbstfindung zu sein. Ich hätte gern eine Entscheidung, die ich annehmen und das Beste daraus machen kann, statt diesem stetigen hin und her.

Im Gegensatz dazu steht mein Herz – voll von den Erinnerungen der ersten wunderschönen Momente. Aufgrund dieser bekomme ich es gerade nicht hin ihn aus meinem Leben zu streichen. Die Hoffnung ist noch nicht gestorben. Ich bekomme die Leinen nicht durchgeschnitten, damit das Schiff in See stechen kann. Mehrmals schon habe ich begonnen ihm Nachrichten zu schreiben, um zu erklären, warum es besser wäre, wenn wir erst einmal Abstand haben sollten. Die Worte, die ich schreibe, ergeben nur keinen Sinn. Ich bekomme keine Nachricht formuliert, die ich auch wirklich so meine. Bei nichts von dem was ich schreibe, habe ich das Gefühl, dass es richtig wäre, es abzuschicken. Ich bin verwirrt.

Mich zu finden und ihn zu behalten scheinen zwei so konträre Ziele für 2018 zu sein. Ich hätte gern noch ein paar Tage Jahresausklang, um für mich eine stimmige Antwort auf die quälende Fragen zu finden, um dann im neuen Jahr überzeugt auf meine Ziele hinarbeiten zu können. Daher habe ich auch noch nicht das Gefühl bereits in einem neuen Kalenderabschnitt angekommen zu sein. Aus dem alten haften mir noch zu viele Dinge an, die zu klären sind. Aus meiner Erfahrung mit ähnlichen Situationen gibt es mit ihm wohl noch etwas, das ich lernen soll. Ich bin gespannt, was das ist.

Trennung auf leisen Sohlen

Ich kenne dieses Gefühl – sich trennen zu wollen, aber es doch nicht fertig zu bringen. Den Impuls zu spüren einen Schlussstrich zu setzen, aber nicht in die Ausführung zu kommen. In der Vergangenheit war es bei mir immer so, dass es irgendwann den Punkt gab, an dem sich die Trennung endlich richtig angefühlt hat. Wenn dieser erreicht war, wusste ich plötzlich was ich sagen wollte und konnte gehen. Dieser Moment ist leider noch nicht erreicht.

Ich sitze gerade mit wässrigen Augen vor dem Laptop und schreibe diese Zeilen. Ich denke über das Zitat zu Beginn nach. Meine Gedanken wandern zu ihm, wenn ich sie kreisen lasse. Ich weiß allerdings nicht ob es der Fall ist, weil mich das Thema gerade emotional so belastet oder weil ich ihn wirklich dauerhaft in meinem Leben halten will. Ich weiß nicht ob es richtig wäre, wenn wir ein Kennenlernen unter den Bedingungen keinen Sex zu haben, versuchen sollten. Ich glaube mir würden uns dadurch zerreiben. Daher glaube ich, dass ich ihn loslassen muss. Und gleichzeitig frage ich mich, ob es meine Bindungsangst ist, die sich mal wieder Luft macht. Ich habe Angst ihn zu verlieren. Angst, dass ich so einen Menschen nicht noch einmal treffe. Ich weiß, dass diese Angst unbegründet ist. Dennoch ist sie eines meiner altbekannten Muster.

Meine Mama hat mal gesagt:

„Kind, wenn ein Mann mehr Tränen als Lachen bei dir auslöst, dann ist er der Falsche.“

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal mit Sebastian gelacht habe. Die Tränen schwemmen jedes Glück und jede Leichtigkeit weg.

Was meine Mama auch immer sagte war:

“Was du liebst lass los, kommt es zurück gehört es dir – für immer.” 

– Konfuzius

Ich wünsche mir die Kraft loszulassen so sehr wie ich mir wünsche, dass wir uns wie in meinem Traum noch einmal gegenüberstehen können, um herauszufinden was wir einander bedeuten, statt blöde Nachrichten in ein dämliches Telefon zu schreiben und zu hoffen, dass sie ihn erreichen. Ich wünsche mir in seinen Armen zu liegen und dass er mir sagt, dass alles gut wird egal wie ich mich entscheide. Etwas in mir will weinen, schreien und sich selbst die bösen Geister austreiben. Ich weiß, dass ich nur selbst darauf hinarbeiten kann, wieder zu meiner inneren Ruhe zu finden. Die Verantwortung für meine Gefühle und Stimmungslagen habe ich selbst in der Hand.

Ich glaube so unklar wie mein Kopf gerade ist, so unklar sind auch meine Texte. Aber auch Unklarheit ist wichtig auf dem Weg Klarheit zu erlangen. Gerade packe ich so viele alte Kisten aus und überall kommt Staub heraus, der meine Sicht trübt und mir das freie Atmen erschwert. All die Erinnerungen, die mit den Dingen in den Kisten verknüpft sind, drehen ihre Kreise in meinem Kopf. Es ist das Chaos, das entsteht, wenn man beginnt aufzuräumen und was einen fast verzweifeln lässt, weil das Gefühl entsteht, dass alles nur schlimmer wird. Bitte habt ein wenig Nachsicht mit mir. Ich hoffe bald wieder besser zum Punkt kommen zu können.

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3 Gedanken zu „Tag 30:
If you want to know where your heart is…
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  1. Wow ich habe selten so einen ehrlichen Text gelesen. Danke, dass du deine Gedanken teilst und uns so ermöglichst uns selbst wiederzufinden, aber genauso neue Denkanstöße zu bekommen.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft!
    Hanni

    1. Vielen Dank für deine Worte! Gerade wenn ich mit meinen eigenen Texten hadere, bedeutet mir solch ein Feedback enorm viel.

      Komm gut ins neue Jahr. Ich starte heute auch mit einem Tag Verzögerung.

      Liebe Grüße, Lena

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