Moderne Beziehungsführung

Tag 9:
Weiblich, eigenständig, finanziell unabhängig sucht…

Ja, was suche ich eigentlich? Der Mann, der den Lebensunterhalt verdient, während ich auf die Kinder aufpasse ist es definitv nicht… Starke Arme zum Anlehnen, jemanden mit dem ich die Welt erobern kann und Abenteuer erlebe, Kuscheln bei Kerzenlicht, ein Ankerpunkt in meinem Leben eine Familie, Sicherheit. Und ja: Bitte auch verdammt guten Sex. So in etwa sieht die Vorstellung in meinem Kopf aus. Nennt mich eine hoffnungslose Romantikern. Ich gebe es zu.

Nur was davon kann ich von einer modernen und gleichberechtigten Partnerschaft überhaupt noch erwarten? Ist der starke Mann an meiner Seite noch zeitgemäß? Schließlich sind doch Frauen heute die Superhelden, die alles gleichzeitig schaffen und jongliert bekommen. Was von meinen Wünschen ist mehr Traumschloss als Realität?

Es gibt das Konzept des Seelenverwandten. Mein Seelenverwandter ist mehr als 20 Jahre älter als ich und hat bereits vier Kinder. Wenn wir uns sehen, sind wir die glücklichsten Menschen. Wir sind seit dem ersten Tag unseres Kennenlernens wie ein altes Ehepaar. So hat uns zumindest sein bester Freund bezeichnet, als er uns zum ersten Mal zusammen gesehen hat. Er bedeutet mir die Welt. Ich würde jederzeit zweimal um die Erde fliegen, wenn er mich darum bitten würde. Er kennt jede Faser von mir und ich weiß alles von ihm. Wir sind in den letzten Jahren durch alle möglichen Höhen und Tiefen gegangen. An einem sonnigen Sonntag machten wir einen Ausflug ins Berliner Umland. Er saß neben mir, schaute mich an und meinte, dass das, was wir haben, nicht mit Worten zu beschreiben ist und dass ich für ihn Familie bin. Ein anderes Mal lagen wir zusammen auf der Couch und er sagte: „Du bist echt toll.“. Ich schaute ihn mit neugierigen Augen an und fragte ihn, was er an mir so toll fände. Er antwortete: “Einfach alles!“ – ohne Frage war es das schönste Kompliment, dass ich je bekommen habe. Manchmal sehen wir uns Monate lang nicht und dennoch sind wir, egal wie viel Zeit vergangen ist, sofort wieder da wo wir aufgehört haben. Diese Verbindung hat mich über so vieles hinweg getragen, auch wenn er mir mehr als einmal fast den Verstand geraubt hat. Es gab eine Zeit, in der ich mir gewünscht habe, dass ich ihn noch einmal nur 20 Jahre jünger treffen möge. Einmal ist mir das sogar in Ansätzen passiert – sein 20 Jahre jüngeres Ich, hat es nur überhaupt nicht geschafft mein Herz zu erobern. Sein 20 Jahre jüngeres Ich hat sogar im Gegensatz dazu bewirkt, dass ich mich voller Tränen im Spiegel ansah und verstand, dass ich eine Pause von all dem brauche. Es sind seine Lebenserfahrung und sein Wissen, dass mich immer wieder beeindruckt und seine mangelnde Aufmerksamkeit in manchen Dingen ausgleicht. Er ist mein Sonnenschein. Ich liebe sein Lachen. Wir hatten und haben das pure Glück ohne uns mit den Schwierigkeiten des Alltags auseinandersetzen zu müssen. Er gibt mir alles andere als Sicherheit, starke Arme hat er auch keine, für stundenlanges Kuscheln ist er zu ungeduldig, und doch gibt er mir so viel mehr. Das einzig Schlimme daran ist, dass ich jeden Mann, den ich kennenlerne, mit ihm vergleiche. Ich möchte gern so glücklich sein wie mit ihm und gleichzeitig Alltag haben anstatt nur in der hedonistischen Freundschaftsblase fernab des echten Lebens zu existieren. Und: Ich möchte Familie. Und das nicht mit einem derart alten Mann, bei dem nicht sicher ist, ob der das Abitur seines mit mir entstandenen Kindes erleben wird. Leider wird er nicht mehr jünger. Manchmal hätte ich gern den Benjamin-Button-Effekt.

Mein Rückhalt-System sind meine Freunde und meine Familie. Sie haben sich in den letzten Jahren als deutlich beständigere Konstante in meinem Leben bewährt. Männer sind eher die, die mein Leben in unregelmäßigen Abständen ins Wanken bringen. Sicherheit durch eine Beziehung oder einen Ring am Finger? In Anbetracht der Tatsache wie viele verheiratete Männer schon versucht haben sich an mich herranzuwerfen, glaube ich daran nicht mehr. Und beim Blick auf die Scheidungsraten ist der “Eine bis in alle Ewigkeit” wohl eher das rosarote Märchen eines Disney Films, bei dem die Hauptfiguren zum Schluss auf ihren Pferden Richtung Sonnenuntergang reiten. Auch wenn es eine wunderschöne Hoffnung ist, die wohl nie ganz vergehen mag. Sind wir doch ehrlich, die wirklichen Herausforderungen fangen erst danach an.

Meine gute Ausbildung und mein Job erlauben es mir eine tolle Wohnung im Herzen Hamburgs zu haben, die mein Rückzugs- und Sehnsuchtsort ist. Einen Mann, der mir das ermöglicht, brauche ich nicht. Ehrlich gesagt, wüsste ich auch nicht ob ich in meinem Wohlfühlort wirklich permanent einen anderen Menschen haben möchte. Ich bin es so lange schon gewöhnt allein zu wohnen. Ich habe Angst, dass ein Mann meine geliebte Ordnung und Routine durcheinanderbringen würde und ich bspw. morgens am Frühstückstisch erst stundenlang mit ihm reden muss, statt einfach meinen Laptop auszupacken, wenn mir gerade die Gedanken durch den Kopf fliegen, die festgehalten werden wollen. Noch ein bisschen gemeinsames Kuscheln im Bett am Morgen ist wunderschön. Aber wenn ich meinen Arsch nicht regelmäßig hoch und meine Füße in die Laufschuhe oder auf die Yogamatte bekomme, bin ich ganz schnell aus meinem Gleichgewicht gebracht. Mein Lieblingsplatz zum Yoga machen ist im Wohnzimmer. Von dort habe ich einen wunderschönen Blick über die Stadt. Wenn hier jemand in der Wohnung wäre, der dort abends fernsehen will, hätten wir langfristig beide einiges an Kompromissen zu machen.

Mit Kompromissen in meinen eigenen vier Wänden, komme ich nicht so gut klar. Ich wohne allein seit dem ich 17 bin. Eigentlich wohne ich mehr oder weniger seit dem Alter von 12 allein. Meine Mama war alleinerziehend und ist immer zur Arbeit gependelt. Sie war deutlich mehr unterwegs als zu Hause. Daher war ich eigentlich seitdem ich so richtig denken kann, für mich selbst verantwortlich. Wie ich alles zu Hause organisierte und wann ich was aß, war mir überlassen. Als ich 17 Jahre war, zog meine Mama aus unserer gemeinsame Wohnung aus und lebte unter der Woche in einer kleinen Wohnung dort, wo sie eine neue Arbeitsstelle gefunden hatte. Mit anderen Worten: Das letzte Jahr meiner Schulzeit hatte ich quasi jeden Tag sturmfrei. Und nein: Die wilden Parties blieben aus. Aus dem Alter war ich damals schon fast wieder raus. Kinder aus der Kleinstadt starten mit so etwas früh. Und wie mit allem war ich schnell von solchen Dingen übersättigt.

In der Regel geht es bei mir 9 Uhr los mit arbeiten – das dann dafür eher open end. So genau sagen wann ich heimkomme, kann ich eher nicht. Will ich auch gar nicht, denn dann würde ich den ganzen Tagen einen Erwartungsdruck spüren, den ich nicht brauche. Den Satz „Du hast nicht genug Zeit für mich.“ habe ich schon oft genug gehört – zu oft. Daher ist der Mann, der viel Zeit hat und auch viel Zeit einfordert, nicht unbedingt meine erste Wahl. Der, der keine Zeit für mich hat, ist es allerdings auch nicht. Die alltäglichen Diskussionen, ob ich gerade zu viel arbeite und ob er mir genug bedeute, sind mir hier einfach zu anstrengend. Ich bin nämlich nicht bereit dazu, mein Leben meiner Beziehung komplett unterzuordnen. Und ich habe wirklich keine Lust mich ständig rechtfertigen zu müssen, dafür, dass ich eine moderne Frau bin und dass ich meinen eigenen Kopf und eigene Ziele habe. Schließlich habe ich mir in den letzten Jahren ein eigenständiges Leben aufgebaut, dass so wie es ist großartig funktioniert. Wäre da nicht machmal das Gefühl, dass ein bisschen Zweisamkeit doch ein recht erstrebenswertes Ziel wäre.

Ich mag mein Leben so wie es ist. Nur die glückliche Familie, die von der Plakatwand lächelt, habe ich noch nicht. Ich weiß auch gar nicht, ob ich die Frau dafür bin. Aber es ist so eine wunderschöne Vorstellung. Eines der Dinge, die als Lebensziel propagiert werden. Ich habe das Gefühl, dass ich das erreichen muss, um richtig glücklich zu werden. Und die gegensätzliche Vorstellung im Alter die schrullige alte Frau ohne Familie zu sein schreckt mich ab. Auch wenn ich manchmal glaube, dass ich diese viel eher bin.

Der Moment, in dem ich zum ersten Mal angefangen habe an meinem Vertrauen in die Männerwelt und Langzeitbeziehungen zu zweifeln, war mit 21 Jahren als ich den Vater meines Ex-Freundes die beste Freundin seiner Mutter habe Küssen sehen. Vater und Sohn waren sich in vielen Dingen sehr ähnlich. Es viel mir danach schwer das was ich gesehen habe, von dem zu trennen was ich über meinen Ex-Freund dachte. Mein Schwiegervater in spe war einer, dem ich nie eine Affäre zugetraut hätte. Ich habe ihn nie darauf angesprochen, aber ich konnte ihm danach nicht mehr in die Augen schauen, Geschweige denn vertrauen.

Ob ich an Monogamie glaube? Schwieriges Thema, dass ich gerade versuche für mich zu sortieren. Wobei ich mir sicher bin, ist dass man durch eine Beziehung nicht weniger, sondern andere Probleme hat. Wie viele Kompromisse muss ich heute in meinem Privatleben machen? Ich würde sagen, dass ist recht überschaubar. Zu vielen Erwartungen von anderen, versuche ich nämlich gern aus dem Weg zu gehen. All die Gespräche, die wir führen und Streits, die wir miteinander durchmachen müssten. Und v.a. die Angst denjenigen wieder zu verlieren. Ich habe zu viele Menschen, die mir etwas bedeutet haben, aus meinem Leben gehen sehen.

Das Problem ist ja, dass die meisten von uns heute die Erfüllung in der Selbstverwirklichung sehen. Wenn ich allerdings danach strebe, dann steht mir mein Partner über kurz oder lang unter Umständen diesem entgegen. Was wäre denn, wenn ich nochmal ein Jahr um die Welt reisen möchte und mein Partner nicht mit kann oder will? Vielleicht möchte ich auch irgendwann noch einmal wilde Orgien feiern oder im Gegenteil mein Sex-Fasten nicht das letzte Mal in meinem Leben mache. Hätte ich das ONE YEAR NO GUY-Experiment gestartet, wenn ich vergeben wäre? Sicher nicht! Eine Beziehung ist heute in vielen Fällen die unbequeme Kugel am Bein einer emanzipierten und ehrgeizigen Powerfrau. Und gleichzeitig ist sie Quelle von Energie und Wohlergehen. Sie ist oft das was man will – genauso sehr wie das, was man vermeiden möchte.

Warum sollten heute zwei Menschen, die für sich glücklich sind die Herausforderungen einer Beziehung eingehen? Auch wenn sie immer mal wieder etwas in ihrem Leben vermissen. Wenn sie eine Beziehung führen würden, wäre auch nicht immer alles perfekt. Wenn das ICH zum WIR wird, gibt es Dinge, die zurückstecken müssen. Dinge, die man an sich selbst vielleicht wirklich sehr mag. Die Frage ist wie viel Kompromisse notwendig sind, damit man zusammen passt. Wie viel kann ich ich bleiben und wo beginne ich mich selbst zu verlieren. Geben und Nehmen müssen in gesunder Balance sein.

Die Abhängigkeit der Partner in unglücklichen Beziehungen zu bleiben ist einfach nicht mehr da. Die Gesellschaft akzeptiert Scheidungen heute mehr, als dass es toleriert wird in verkorksten Partnerschaften stecken zu bleiben. “Sei glücklich!” und “Mach das Beste aus deinem Leben.” ruft es von allen Dächern. Und wenn du nicht mehr glücklich bist, dann trenn dich. Lass dich nicht einschränken. Wie gehen Selbstverwirklichungsstreben mit den Höhen und Tiefen einer Paarbeziehung einher? Und vor allem: Wie funktioniert Langfristigkeit in einer schnelllebigen und sich ständig ändernden Gesellschaft bzw. bei sich ständig selbstoptimierenden und nach Weiterentwicklung strebenden Persönlichkeiten.  Wie kann ich mir sicher sein mit einem Partner bis ans Lebensende glücklich zu sein, wenn ich weder weiß, wer ich in 5 oder 10 Jahren bin und was ich dann tue und das genauso wenig für meine bessere Hälfte sagen kann. Sicherheit ist auf dem Rückzug einer ständig an Geschwindigkeit und Veränderung zunehmenden VUCA-Welt.

Es gibt definitiv diese Momente, in denen ich mich nach jemandem sehne. Es sind die Momente, in denen das Telefon stumm ist und ich ein wenig zu viel Freizeit habe. Wahrscheinlich ist genau das der Grund, warum ich so viele Hobbies und Leidenschaften habe. Je mehr ich aktiv bin, desto weniger fühle ich mich allein. Und ich habe zusätzlich einen Grund warum ich gar keinen Freund brauche bzw. haben kann – ich bin ja sowieso ständig unterwegs. Wahrscheinlich ist mein ONE YEAR NO GUY-Experiment auch so eine Ersatzbeschäftigung, die mich ablenkt, mich beschäftigt hält und mir erst einmal ein wenig Zeit geben soll, die Erfahrungen der Vergangenheit zu verarbeiten ohne in Leerlauf zu geraten. Auch wenn ich weiß, dass es eine selbsterfundene Beschäftigung ist, um mir nicht einzugestehen, dass ich manchmal einsam bin. Einsamkeit zu verdrängen – vor allem die im Herzen – ist oft leichter als sie zuzulassen. So wie es so viele tun, die ich kenne. Auch Tinder ist hier ein probates Mittel, um sich weniger allein zu fühlen.

Ich weiß, dass das Glück der wahren Liebe all die Schwierigkeiten, die man mit dem Miteinander haben kann, ausgleichen würde. Und wenn ich irgendwann Mami sein möchte, dann möchte ich das nicht ohne einen Papa an meiner Seite. Ich habe am eigenen Leib gespürt wie schwer es ist alleinerziehend zu sein. Das ist wirklich das letzte was ich möchte. Wenn ich ehrlich bin, sehne ich mich bei einem Mann in großem Maße nach dieser einen Sache – einen Menschen zu finden, mit dem ich eine Familie gründen und beständig führen möchte ohne in die Langeweile des Alltags abzudriften. Der Ort, an dem ich Geborgenheit und Halt finde. Und gleichzeitig den Abenteurer, mit dem ich die Welt erobern kann. Familie ohne Spießigkeit. Zweisamkeit ohne Enge. Halt bei gleichzeitigem Freiraum.

Eine Beziehung zu führen hat heute viel weniger Vorteile als früher. Sie wird weder für die gesellschaftliche Stellung noch für die Ehre gebraucht. Eine Wohnung bekomme ich als Single heute sogar oft besser als wenn ein Paar vor der Tür steht. Ich kann extrem gut allein sein. Ich brauche diese Phasen auch immer mal wieder. Menschen wie ich, die gut allein sein können, haben wenige Dinge, die sie durch eine Beziehung als wirklich bereichernd erleben. Nur die wenigen, die wiegen schwer. Und trotz all der rationalen Überlegungen gibt es auch eine emotionale Seite an mir, die manchmal ein leises “Hallo. Ich bin auch noch da.” flüstert. In unserer Leistungsgesellschaft habe ich nur sehr gut verlernt diese zu unterdrücken.

Ich glaube, dass es mir früher viel schwerer gefallen ist allein zu sein. Nach dem Abnabeln von meiner Familie, war die erste Wohnung und v.a. die erste Nacht im Berliner Wedding allein schon noch etwas Unberuhigendes, das ich ungern allein durchgemacht habe. Beim Übergang vom Kind sein ins Erwachsenenleben hatte ich meine erste große Liebe an meiner Seite. Als diese Beziehung zerbrach, musste ich erst einmal zwei Jahre Scherben aufkehren. Ich musste nach 3,5 Jahren Beziehung tatsächlich erst wieder lernen allein zu sein. Und eins kann ich sagen: Es war verdammt hart. Wir führten eine Fernbeziehung. Unter der Woche studierte ich, die Wochenenden versuchten wir so gut es ging zusammenzuverbringen. In der Rückschau war mein Leben komplett auf ihn und die Beziehung fokussiert. Ein Urlaub in Brasilien mit einer Freundin zeigte mir, dass ich alleine bzw. ohne ihn so viel glücklicher war als ständig mit den Launen meines Ex-Freundes umzugehen. Ich fühlte mich frei. Und wonach ich mich so sehr sehnte war, mal wieder Spaß im Bett zu haben. Wir hatten nie den wahnsinnigsten Sex. Ich wollte es immer ein wenig wilder als er. Nach drei Jahren war unser Sex so eingeschlafen, dass mich die brasilianischen Männer fast um den Verstand brachten. Ich war ihm trotzdem auch im Urlaub treu. Aber danach konnte ich nicht mehr in dieses Leben zurück. Ich wollte die Welt sehen. Ich als Sternzeichen Schütze bin Abenteurerin. Ich brauche das. „Sensation-Seeking” ist eine meiner Persönlichkeitseigenschaften.

Aber „Sensation-Seeking“ ist in einer Langzeitbeziehung leider deutlich schwieriger. Wie in allem, verliert sich der Reiz je öfter man die gleichen Dinge tut. Und natürlich gibt es auch Paare, die es schaffen es nicht langweilig werden zu lassen und die (sexuelle) Spannung aufrecht zu erhalten. Sie sind nur leider in der Minderheit.

Und überhaupt: Wie viel Platz habe ich eigentlich in meinem Leben für einen Mann? Wenn ich ehrlich bin, ist der Platz für das fehlende Puzzleteil schon genau abgesteckt. Ich hätte gern einen Mann für gemeinsames Kuscheln morgens beim Aufwachen (nur bitte nicht zu lang), abends beim ins Bett gehen (hier möchte ich auch nicht zu lange von meinem Schönheitsschlaf angehalten werden) und an den Wochenenden. Gern auch mal einen Ausflug, gemeinsame Urlaube und genügend Fürsorge, sodass ich mir vorstellen kann mit ihm eine Familie zu gründen. Ich bin nicht mehr so formbar wie mit 20. Viele Dinge, die ich früher in Kauf nahm, akzeptiere ich heute nicht mehr. Insbesondere weil ich es nicht muss. Ich muss mir nicht die schlechte Laune eines Mannes antun oder mich von ihm angrummeln lassen. Ich muss mir nicht sagen lassen, dass ihn mein Singen nervt oder welche Macken an mir ihn sonst noch überfordern. Sie gehören zu mir. Take it or leave it! Ich bin glücklich wenn ich für mich bin. 1+1 darf gern mehr als 2 machen. Und v.a. soll mir das alles nicht mehr Last als Lust sein. Diese Kombination hatte ich so nur noch nie langfristig. Ich weiß auch nicht, ob sie realistisch ist.

Das was ich hier schreibe, ist ein auf die Spitze treiben bestimmter Ansichten. Aber wenn ich ehrlich bin, dann fühle ich genau so, wenn ich einen schlechten Tag habe. Und ich muss auch dann die Beziehung zumindest überwiegend toll finden. Nähe ist mir wichtig, zu viel Nähe wird mir schnell zu viel. Aufmerksamkeit? Ja bitte! Aber bitte nicht penetrant und ständig. Verbindung ja! Abhängigkeit nein! Einlassen ja! Irritation, bitte nicht zu viel. Sicherheit? Auf jeden Fall. Langeweile, nein danke. Ständige Anspannung muss allerdings auch nicht sein. Vielleicht sollte ich erst einmal herausfinden was ich wirklich möchte…

 

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