Tag 85:
Das Monster in mir

Ich möchte gerade einfach nur schreien. In mir bäumt sich ein Monster auf. Ich fühle mich wie Hulk kurz vor seiner Verwandlung. Das Monster will raus. Emotionaler Ausnahmezustand.

Ich kann es nicht greifen. In mir machen sich Wut und Angst breit. Meine emotionale Innenwelt steht Kopf. Ich möchte schreien, laufen, boxen, mich winden und dieses Monster in mir besiegen. Normalerweise würde ich jetzt meine Laufschuhe anziehen und rennen. Früher hätte ich mich mit Essen betäubt, um diesem Brüllen in mir noch lautere Stimmen entgegenzusetzen. Oder aber ich hätte aufgehört zu essen, damit der Hunger in mir die Gefühle dieses Monsters aushungert und dominiert. Ein anderes probates Mittel war Sex. Wenn ich wütend war, wollte ich mit jemandem schlafen. Je wütender ich war, desto härter und wilder sollte es sein. Die Emotionen, die ich in mir erahnen, aber nicht greifen und zulassen konnte, verlagerte ich auf eine andere Ebene. Ich kämpfte gegen meinen Körper. Die Wut, die ich in mir spürte und der ich keine Luft machen konnte, richtete ich gegen mich. Sei es über Sex, Essen oder Sport.

Ich habe in den letzten Tagen realisiert, dass ich sehr schlecht darin bin mich in meiner Gänze zu spüren. Ich bin in der Lage ein paar Facetten meines emotionalen Spektrum wahrzunehmen, aber eben nur Teile. Einige dieser Gefühle sind in mir eingeschlossen. Verborgen in der Tiefe meiner Seele.

Ein guter Vergleich ist folgender: Es ist als wenn ich sprechen, aber keine Konsonanten mehr wahrnehmen und produzieren könnte. Wenn ich stattdessen mit einer Sprache agieren würde, die nur aus Vokalen bestünde. Zweifelsohne könnte ich etwas hören. Aber es fehlt etwas. Ich kann die Menschen um mich herum kaum verstehen und sie mich mit meiner Vokalsprache ebensowenig. Genauso fühle ich mich was meine Gefühlswelt angeht. Ja, ich spüre. Aber ich spüre nur einen Teil aller existierenden Emotionen. Was ich wahrnehmen kann bzw. mir erlaube wahrzunehmen, sind Emotionen wie Glück, Freude, Empathie, Dankbarkeit, Lust, Trauer und Enttäuschung. Was mir zu fehlen scheint oder sich nur sehr schwach vorhanden andeutet, sind Wut, Hass und Angst. Diejenigen Gefühle, die man unter der gesellschaftlichen Lupe betrachtet eher als negativ und unerschwünscht beschreiben würde.

Ich habe so eine unendliche Sehnsucht auch diese Emotionen endlich zu spüren. Das Monster in mir ist die Repräsentanz dieser Gefühle, die so lange verboten und daher verdrängt waren. Und ich möchte ihnen endlich Raum geben zu sein, anstatt sie immer zu bekämpfen und mich in Ersatzaktivitäten zu flüchten. Dinge, die mich zwar ein wenig näher an diese Gefühle heranbrachten und mir einen Hauch ihres Charakters vermittelten, aber nicht tief genug gingen, um an die Ursache allen Übels zu kommen.

Diese Ersatzaktivitäten sind wie die Tore in eine andere Welt, in die ich allein nicht eintauchen kann. Ich brauche dafür Vehikel, die mir helfen näher an diese Gefühle zu kommen. Meine Männergeschichten sind ein solches Vehikel.

Ich liebe die Liebe (so wie ich sie bis dato verstand), weil sie mich immer wieder so ausgeliefert und hilflos fühlen ließ. Sie brachte mich näher an die Wunden, deren Schmerzen so bekannt und so süß sind. Sie half mir diese Wunden meiner Vergangenheit immer wieder aufzureißen und mich und meinen Körper somit intensiv zu spüren.

Auf der einen Seite liebte ich die Schmetterlinge in meinem Bauch und dieses Pseudo-Gefühl der Verliebtheit. Ich liebte die Aufregung der ersten Dates. Die Freude der Anfangsmomente. Die Unsicherheit und die Beschleunigung meines Herzschlages und meines Atems, wenn wir das erste Mal die Karten auf den Tisch legten oder uns zumindest langsam und vorsichtig beim Sexting annäherten. Ich liebte den Kick, den mir dieses Gefühl gab. Das Adrenalin der Jagd und der Eroberung, das durch meine Adern floss. Ich fühlte mich so unendlich lebendig, wenn ich diese Art von Kennenlernen und Beziehung führte. In dem Moment spürte ich mich und meinen Körper wie ich sonst nicht in der Lage war mich wahrzunehmen.

Ich dachte immer, dass diese Intensität Liebe wäre. Heute erkenne ich das dies nicht der Wahrheit entspricht. Diese Männer weckten nur das Monster in mir, das freigelassen werde möchte und in dessen Herrschaft ich mich so lebendig und kraftvoll spüre.

Ich liebte die Höhen und Tiefen einer Beziehung. Die Achterbahnfahrt. Die Kicks. Die Aufregung. Die Freuden und auch Schmerzen des Miteinanders wahrzunehmen und mich daran zu ergötzen. Die Übelkeit danach war der Preis, den ich für diesen Trip zahlen musste. Ich liebte es Küsse auf meiner Haut und einen anderen Körper an und auf meinem zu spüren. Nur dann konnte ich mich richtig fühlen. Und deshalb war ich in diesen Zustand so vernarrt. Ja geradezu abhängig. Ich fühlte mich meinen verdrängten Emotionen dann näher. Weniger betäubt als das, was ich sonst von mir kannte. Das Monster in mir durfte ein bisschen toben. Es suchte sich Gründe, böse zu sein. Es suchte sich Männer, auf die ich böse sein konnte und die mich enttäuschten und nicht so annahmen wie ich angenommen werden wollte. Meine Wut und Angst wurden somit greifbarer. Ich konnte sie gegen jemanden richten. Gegen denjenigen, den ich doch eigentlich lieben oder zumindest mit dem ich das Verliebtsein genießen wollte. Die Absurdität meiner Versuche wird mir erst jetzt wieder richtig bewusst. Und von Liebe war das alles sehr weit entfernt.

Ich wollte intensive Beziehungen. Und Probleme fühlten sich intensiver an als wenn alles einfach läuft. Ich konnte mich so unglaublich rasend, wütend und hilflos fühlen, wenn ich mich in komplizierte Geschichten mit Männern verstrickte. Je komplizierter es war, desto mehr brachte es mich um den Verstand und desto tiefer konnte ich meine Emotionen fühlen. Je intensiver ich mich durch einen Mann spüren konnte, desto abhängiger wurde ich von ihm. Ergo: Je komplizierter die Beziehung war, desto mehr fühlte ich den Kick. Es machte mich wach. Hielt mich am Ball. Erzeugte Kampfeslust. Und genau deshalb lief ich meinen komplizierten Männergeschichten oft jahrelang hinterher, während ich die guten Männer mit denen es hätte einfach und harmonisch sein können, verschmähte. Die mit denen es nett war, aber die das Blut nicht mit solch einem enormen Druck durch meine Gefäße pulsieren ließen. Sie gaben mir ein Plätschern, doch ich wollte den reißenden Strom. Harmonie kickte mich nicht. In Harmonie konnte ich mich auch fühlen wenn ich allein war. Sie tat mir nicht weh. Sie quälte mich nicht. Sie erzeugte kein Leid. Und das Tor zu meinem Monster bleibt geschlossen. Diese Männer erfüllten nicht ihren Zweck, der mich damals unterbewusst antrieb. Sie konnten daher abtreten.

Gerade kommt eine alte Erinnerung auf. Immer wenn ich von Christian erzählte, sagte ich etwas wie: „Frag nicht, es ist kompliziert.“ oder „Ach, kompliziert. Ich will nicht darüber reden.“ Damals war mir nicht klar, dass Kompliziertheit meine Droge war. Dieses gerade zu entschlüsseln fühlt sich so ungemein befreiend an. Wenn er einfach nur ein „normaler Mann“ bei gleicher Persönlichkeitsstruktur gewesen wäre, hätte ich niemals so lange unerbittlich an ihm festgehalten. Ich schließe nicht aus, dass wir nicht trotzdem gute Freunde geworden wären. Aber ich hätte sicher nicht 2,5 Jahre darum gekämpft ihn zu meinem Mann zu machen.

Ich habe dadurch auch realisiert, warum mir Sex so wichtig war. Bei welcher Tätigkeit kann man sich und seinen Körper intensiver spüren als beim gemeinsamen Spiel? Sex versetzte mich in einen Rausch des Fühlens. Je intensiver es war, desto abhängiger wurde ich davon. Ein normaler Fick reichte mir nicht. Ein normaler Schwanz auch nicht. Ich wollte es immer intensiver. Das was für andere guter Sex war, langweilte mich. Blümchensex mit einem Standardmann? Gähn! Ich wollte nur die besondere Nummer.

Ich habe heute erkannt, dass meine Sehnsucht nach derartigen Erlebnissen sowie die Abkehr von den lieben Männern, der Spiegel meiner emotionalen Schieflage waren. Ich sehne mich so sehr danach endlich diese Gefühle zu spüren, die ich als kleines Kind verdrängt hatte, damit ich sie nicht mehr fühlen musste. All die Wut, die Abneigung, der Zorn, das Schreien, der Ekel, die Scham, die Angst, der Hass. Ich wusste es damals nicht besser. Ich musste all das verdrängen. Aber heute ist das nicht mehr nötig. Ich muss mich nicht mehr in die Hände von Männern begeben, die mich schlecht behandeln, damit sie mir die Gefühle „schenken“, die ich alleine nicht in meiner emotionalen Farbpalette erzeugen kann.

Ich will mich von äußeren Reizen unabhängig machen. Ich will wieder alle meine Emotionen fühlen können. Ich will das Monster in mir zum Leben erwecken und es dann zähmen, sodass ich danach spielerisch mit ihm umgehen bzw. es als Teil von mir integrieren kann. Ich glaube, dass wenn ich das schaffe, ich womöglich den Schalter gefunden habe, um meine Männerprobleme aufzulösen. Ich werde es dann nicht mehr nötig haben, den komplizierten Geschichten hinterherzurennen, damit sie mir weh tun und die „Guten“ links liegen lassen. Diese Männer werden mich nicht mehr reizen, weil ich in der Lage sein werde diese Aspekte meiner Gefühlswelt wieder zuzulassen und zu spüren. Ich werde emotional unabhängig sein. Ich werde Männer nicht mehr als Vehikel zu meinen verborgenen Emotionen brauchen. Ich werde autonom sein. Und ich werde dieses Gefühl lieben.

 

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7 Gedanken zu „Tag 85:
Das Monster in mir
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  1. Danke für das Vorhalten des Spiegels. Deine Vergangenheit ähnelt so sehr meiner. Vor allem das Thema sexueller Missbrauch hat mich sehr berührt und ich spüre, dass auch bei mir irgendetwas im Verborgenen liegen muss oder dass zumindest regelmäßig Grenzen meiner Intimsphäre überschritten wurden. Diese Grenzen versuche ich nun stärker zu ziehen, indem ich Männer wähle, die mich nie wirklich an sich heran lassen. Vielleicht weil ich stets zu schwach war, selbst für meine Grenzen einzustehen.
    Danke, dass ich dich auf einem Teil deiner Reise zu dir selbst begleiten kann und so auch ein wenig mehr zu mir selbst finde.

    1. Liebe Elli.

      Genau dafür mache ich das alles. Ich denke, dass meine Reise auch anderen helfen kann bzw. einen Nachdenkprozess über sich selbst motiviert. Ich freue mich deshalb riesig, dass mir dies bei dir gelingt. Ich wünsche dir für deine Reise alles Beste!

      Deine Lena

      P.S.: Zu dem Thema Bindungsangst und Bindungskonflikte finde ich die Bücher von Stefanie Stahl (z.B. Jeder ist beziehungsfähig) sehr gut.

  2. ..die Zwiesprache des Monsters:

    Neue Liebe, neues Leben

    Herz, mein Herz, was soll das geben?
    Was bedränget dich so sehr?
    Welch ein fremdes, neues Leben!
    Ich erkenne dich nicht mehr.
    Weg ist alles, was du liebtest,
    Weg, warum du dich betrübtest,
    Weg dein Fleiss und deine Ruh –
    Ach, wie kamst du nur dazu!
    Fesselt dich die Jugendblüte,
    Diese liebliche Gestalt,
    Dieser Blick voll Treu und Güte
    Mit unendlicher Gewalt?
    Will ich rasch mich ihr entziehen,
    Mich ermannen, ihr entfliehen,
    Führet mich im Augenblick,
    Ach, mein Weg zu ihr zurück.
    Und an diesem Zauberfädchen,
    Das sich nicht zerreissen lässt,
    Hält das liebe lose Mädchen
    Mich so wider Willen fest;
    Muss in ihrem Zauberkreise
    Leben nun auf ihre Weise.
    Die Verändrung, ach, wie gross!
    Liebe! Liebe! Lass mich los!

    (Johann Wolfgang von Goethe)

    Hi Lenchen,
    mancher mag sich aufregen, wie man Goethe so missbrauchen kann.
    Jedoch; Texte sind unendlich interpretierbar und als ich deinen Blog
    las, sagte mir irgendetwas( mein Monster?!) in mir: sprich mit diesen Worten!
    Nun, wie rational man im 18. Jahrhundert schon war, zeigt diese unglaublich wichtige Ergänzung vom gleichen großen Dichter und Denker:

    Wissen, wollen und tun

    Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.

    Erinnere dich an meine Worte, als ich schrieb es ist deine persönliche Büchse
    der Pandora. Das Monster ist nur ein Teil des Inhalts dieser Büchse. Aber ich
    schrieb auch: wenn du deinen Feind besiegen willst, must du in kennenlernen.
    Du bist dabei, genau das zu tun…
    Sei herzlich gegrüßt – dein Roger

    P.S. zu diesem Blog wird noch mehr von mir kommen…

  3. …und mögen manche Leut mich schmähen,
    Mißbrauch an den Worten sehen,
    die einst von Johann lieb geschrieben,
    die Zeilen, in meinen Kopf getrieben,
    vom Monster, dieser irren Plage…
    das Monster will`s, das ich sie sage!
    das Monster schreit, denn es hat Angst,
    vor dem, was du von ihm verlangst…

    ein kleiner Nachtrag zu meinem Motiv, Goethe zu ” missbrauchen”.
    Ich weiß du verstehst mich, liebe Lena…

    1. So so schön. Danke für diesen Nachtrag und auch für den ersten Kommentar dazu. Es zaubert mir wieder ein Lächeln auf die Lippen.

      Ich finde das Gedicht wunderschön. Zu Goethe’s Zeiten waren ja die psychologischen Modelle noch nicht auf dem heutigen Stand. Dennoch fasste er sehr gut zusammen, was ich gerade über Traumen lesen. Danke, dass du es mit mir teilst.

      Deine Lena 🙂

      1. …Weisst du Lena, bei dir habe ich ambivalente Gefühle. Am liebsten würde ich dich fest in die Arme nehmen und dich drücken, nur damit du dich mal fallen lässt und so gezwungenermaßen
        innehältst – zur Ruhe kommst. Im gleichen Atemzug würde ich dich gerne kräftig durchschütteln
        für das, was du in dir selbst mit dir so anrichtest.
        Fast kommst du mir wie ein Junkie vor, wie du den Kicks hinterher gehechelt bist, nur um etwas
        zu fühlen, was dein konditionierter Geist dir so vehement verbieten will. Du analysierst unglaublich treffend dein Verhalten, aber glaubst du wirklich , damit die jahrelang eingeschliffene Vorgehensweise einfach ablegen zu können?
        Dieser Kick von dem du sprichst, wäre doch sicher für ganz viele Menschen erstrebenswert, oder?
        Ohne Hemmungen knackig zu ficken, sich mal richtig auszutoben, wer träumt da nicht von, das
        zumindest ab und zu mal zu erleben? Und will man dann nicht immer mal wieder davon kosten?
        Frag mal einen Junkie, was besser knallt: sein üblich benutzter Stoff oder die Ersatzdroge Metadon?
        Was wird deine Ersatzdroge sein, nach diesem 365 Tage Entzug?
        Wieviel Rückschläge ins alte Muster wirst du erleben?
        Es wäre so schön, wenn du lernen könntest, die wahrhaftige Form des Liebens mit der gleichen
        Intensität wahrzunehmen und zu genießen.
        Übrigens, deine lautlose Sprache kenne ich in anderer Form als Traum:
        Ich habe Streit mit jemandem und bin fast bis zur Besinnungslosigkeit wütend. Ich weiß, das es um fehlende Fairneß und Ignoranz ging. Dann fange ich an loszuschlagen, aber ich habe keine Kraft – je mehr ich mich anstrenge, desto mehr höre ich mein angestrengtes Keuchen, aber nicht meine Schreie der Wut und der Hilflosigkeit ob der sinnlosen Bemühungen. Ich erziele einfach keine Wirkung…
        Irgendwann wache ich dann auf und das Gefühl der Ohnmacht gegenüber dieser Situation hallt nach.
        In dem Fall bin ich der Aggressor, aber was entzieht mir die Kraft, wirklich körperlichen Schaden anzurichten? Warum kann sich die gefühlte große Wut nicht entladen?
        Das ist gefühlt wie innerlich an sich selbst ersticken…

        Da waren jetzt ein paar Fragen drin, die du beantworten kannst, wenn du magst.

        Ich schließe mit ganz lieben Grüßen

        Dein Roger

        1. Lieber Roger,

          danke wie immer für deinen reflektierten Kommentar. Ich freue mich wirklich immer sehr darüber deine Zeilen zu lesen.

          Ich sehe es so. Ich bin immer wieder gegen die gleiche Wand gelaufen ohne zu wissen warum und was ich falsch mache. Je mehr ich mein Verhalten aufdecke, desto mehr kann ich mich entscheiden ob ich wieder Anlauf nehme und darauf zu laufe oder einfach den entspannte Weg, um die Wand herum mache. Ich spüre schon jetzt eine große Wirkung durch das was ich da ausgrabe. Ich kann in mich hineinspüren und nachdenken was es eigentlich gerade ist, dass mir das Mäntelchen der Lust und des Verlangens sagen wollen. Ich kann einfühlsamer mit mir umgehen. Ich fühle mich freier in meinen Entscheidungen. Weniger ferngesteuert als früher. Mehr im Fahrersitz meines Lebens. Und das fühlt sich unglaublich gut an.

          Ich bin von manchen Männern über Jahre nicht losgekommen und wusste einfach nicht warum. Ich habe des Schalter gesucht. Ich habe ihn in diesem Text tatsächlich gefunden. Ich sehe Männer heute ganz anders als früher. Ich kann realisieren, dass meine Drogen mir nicht gut tun. Kurzer Knall, aber danach Leere. Darauf habe ich keine Lust mehr. Ich merke wie ich über Männer, die ich früher gedatet habe, als “zu nett” einstufte und nicht an mich heran ließ, auf einmal ganz anders nachdenke.

          Vielleicht ist es nicht dein Weg. Vielleicht kannst du auch nicht nachempfinden wie viel mir das Nachdenken bedeutet. Es ist wie das als wenn ich mein Klavier zum Klaviermeister gegeben habe. Der muss erstmal analysieren warum ein paar Tasten nicht funktionieren, bevor er sich daran machen kann das gute Stück wieder zum Klingen zu bringen. Ich mag meine Reise. Sie tut mir gut. Ich weiß, dass es genau das ist, was ich jetzt für den Moment brauche.

          Deine Lena

          P.S.: Wegen deines Traums. Aus meiner Sicht kannst du diese unbändige Wut nicht entladen, indem du zuschlägst. Du entlädst sie, indem du sie in kleinen Portionen in deinem Leben zulässt und so integrierst. Das braucht zwar Geduld. Aber ein Trauma, das schnell entstanden ist, braucht nun einmal lange um es wieder aufzulösen.

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