Tag 19:
Our deepest fear

Viele von euch haben mir in den letzten Tagen dafür gedankt, wie offen und ehrlich ich schreiben würde. Zuallererst einmal: Tausend Dank dafür an EUCH und eure vielen aufbauenden und lieben Nachrichten und Kommentare. Jedes einzelne Wort bedeutet mir so viel! Gleichzeitig regt es mich auch zum Nachdenken an, dass offene Worte über emotionale Themen und Persönliches in unserer Welt als so besonders, weil selten, angesehen werden. Wir posten unser ganzes Leben und drehen lustig-bunte Filmchen über jede zweite Sekunde davon. Wir stellen dar, was wir sein wollen und wie wir wollen, dass andere uns sehen. Ich setze in meinen Texten den Kontrapunkt. Ich mache nichts anderes als offen und ehrlich darzustellen was in mir vorgeht oder während bestimmter Momente in mir vorgegangen ist. Ich nenne das gern: Seelenstriptease.

Ein nackter Hintern oder ein üppiges Dekolleté sind doch heute nichts besonderes mehr. Die Nacktheit unserer Körper ist kommodisiert, beliebig und austauschbar. Je offener wir unser Äußeres zur Schau stellen, desto mehr habe ich manchmal das Gefühl, würden wir unser Innerstes verpacken. Wenn ich Menschen zum Nachdenken anregen möchte, reicht weder eine irritierend-provokante Schlagzeile noch würde ich wirklich damit Aufsehen erregen, wenn ich oben ohne am Berliner Hauptbahnhof entlanglaufe. Hat man irgendwie alles schon einmal gesehen. Wieder so Eine. Ok. Kenn ich. Weiter.

Schon in meinem Grundschulzeugnis stand: „Lena ist kritisch, aber ehrlich.“ Ich war schon immer die Person, die ihr Herz auf der Zunge trug. Ich kann nicht lügen – das merkt man mir sofort an. Wenn ich mich freue, dann teile ich mein Glück unglaublich gern mit Menschen. Geteiltes Glück ist tausendfaches Glück. Deshalb ist mein Mund auch manchmal schneller als er sollte. Ich bin dann wie ein kleiner Flummi, der seine positive Energie auf andere übertragen möchte.

In so vielen Bereichen müssen wir uns verstellen, beherrschen und dürfen nur die erwünschten Seiten von uns zeigen. Bloß nichts Falsches sagen, nicht negativ auffallen, irgendwie mit der Masse mitschwimmen. Klar, mit dem Strom laufen ist einfacher als dagegen. Und unser Leben ist auch so oft schon anstrengend genug. Die Leute, die herausstechen und auffallen, müssen oft damit leben, dass andere dieses Anderssein nicht akzeptieren. Oft deshalb nicht, weil es sie an den falschen Stellen berührt und sie eine Abwehrhaltung dagegen aufbauen.

Ich war schon immer anders – immer groß, immer schlau, Dinge immer ein wenig anders machend. Ein guter Freund bezeichnete mich letztens als „klug und schräg“. Ich finde, er hat es ziemlich gut beschrieben. Meine Mama und ich waren wie die Gilmore Girls – falls ihr die Serie kennt. Wenn ihr sie kennt, werdet ihr mir zustimmen, dass Lorelai und Rory schräg und gleichzeitig wundervoll authentisch und liebenswert sind. Meine Mama und ich sehen den beiden sogar etwas ähnlich. Wenn man so aufwächst und nicht nach den strengen Regeln eines konservativen Elternhauses, dann fällt es viel leichter authentisch zu sein. Bei uns gab es kein strenges maßregeln, was die Nachbarn von uns halten könnten, wenn ich dies oder das machte. So bin ich mit einer anderen Leichtigkeit aufgewachsen.

Irgendwann bin ich auf ein Zitat von Marianne Williamson aufmerksam geworden. Dieses Zitat ist mein Leuchtturm in dunklen Zeiten. Es ist mein Anker, mein Kompass und meine Wonne. Ich möchte es mit euch teilen:

 

Our deepest fear

Our deepest fear is not that we are inadequate. Our deepest fear is that we are powerful beyond measure. It is our light, not our darkness that most frightens us. We ask ourselves, who am I to be brilliant, gorgeous, talented, fabulous? Actually, who are you not to be? You are a child of God. Your playing small does not serve the world. There is nothing enlightened about shrinking so that other people won’t feel insecure around you. We are all meant to shine, as children do. We were born to make manifest the glory of God that is within us. It’s not just in some of us; it’s in everyone. And as we let our own light shine, we unconsciously give other people permission to do the same. As we are liberated from our own fear, our presence automatically liberates others.

 

Die Worte drücken genau das aus, worum es im Leben geht: Du selbst zu sein, deinen eigenen Weg zu gehen und dein Innerstes zum Blühen zu bringen. Denn nur, wenn du dich traust, das nach außen zu tragen, das tief in dir schlummert, bist du in der Lage mit dieser Leidenschaft andere zu inspirieren. Ich hoffe, dass es euch genauso inspiriert, wie es das bei mir getan hat und ihr seine Wahrheit in euch aufnehmt.

Sei das Licht!

Lena

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3 Gedanken zu „Tag 19:
Our deepest fear
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  1. Mein Kommentar bezieht sich nicht auf deinen Text, sondern auf dich 🙂 als ich die ersten Zeilen und Videos von dir gesehen habe, war mein Eindruck von dir: schön, schlau und selbstbewusst. Mit deinen Worten “…, immer schlau” hast du mein Bild von dir bestätigt.

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